


Bevor in Nieder-Kainsbach die freiwillige Feuerwehr gegründet wurde oblag der Brandschutz der "Pflichfeuerwehr". Zwei bis drei Mal jährlich kamen die Feuerwehrmänner zusammen und führten mit ihren altertümlichen Geräten Übungen durch. Andere Gemeinden hatten bereits eine freiwillige Feuerwehr. Im Jahre 1951 wurde der Ruf nach einer eigenen FFW laut. Die jungen Feuerwehrmänner wollten nicht mehr an alten Geräten üben, die in einem Ernstfall vielleicht nicht mehr wirkungsvoll eingesetzt werden konnten.

Das obige Bild zeigt die Teilnehmer einer Übung mit einer gebraucht gekauften Tragkraftspritze der Fa. Weinhold/Heppenheim am alten Gerätehaus in der Borngasse im Jahr 1954.
Teilnehmer stehend von links: Georg Heiland, Heinz Ramge, Fritz Eckert, Kommandant Ernst Dorner, Martin Götz, Georg Sior, Heinrich Schäfer und Georg Kredel; kniend von links: Adam Fornoff und Philipp Reibold.
Der Kalender zeigte den 12. August 1951, als Bürgermeister Georg Ramge eine Versammlung der Pflichtfeuerwehr einberaumte. Die Tagesordnung hatte nur einen einzigen Punkt: Gründung einer freiwilligen Feuerwehr.
Es erklärten sich sofort eine stattliche Anzahl von Männern für die Gründung zur Verfügung, wie aus der folgenden Gründerliste zu ersehen ist:
| Arras, Peter | Fornoff, Richard | Ramge, Georg |
| Arras, Wilhelm | Fornoff, Adam (Erb. Straße) | Reeg, Walther |
| Arras, Werner | Fornoff, Heinz | Reeg, Willi |
| Berg, Werner | Giegerich, Leonhard | Röder, Günther |
| Blumenschein, Leonhard | Götz, Willi | Schäfer, Heinrich |
| Buchheimer, Reinhold | Groß, Emil | Schmitt, Werner |
| Dorner, Ernst | Gruber, Paul | Trautmann, Heinrich |
| Eckert, Fritz | Karl, Alfons | Walter, Heinz |
| Eckert, Heinz | Kniee, Ernst | Vetter, Heinrich |
| Erhard, Leonhard | Kredel, Georg | |
| Fornoff, Adam | Müller, Helmut |

Bild oben: Ende einer Übung mit Kommandant Georg Sior
Als erster Kommandant wurde Wilhelm Arras gewählt, der diese Position auch bei der Pflichtfeuerwehr inne hatte. Das Amt des Stellvertreters übernahm Richard Fornoff. An Löschgeräten standen eine Saug- und Druckpumpe, ein Hydranten-Karren, einige Meter Schlauchmaterial in schlechtem Zustand, alte Leitern und Feuerwehrhaken zur Verfügung.
Das Gerätehaus (Alte Schule, Borngasse) war ebenfalls, wie das Arbeitsgerät, in einem trostlosen und unwürdigen Zusstand. Schädlingsbekämpfungsmittel, Pflastersteine, Ziegel und dergleichen waren hier gelagert. Alles Dinge, die eigentlich in einem Feuerwehrgerätehaus nicht zu suchen hatten.In einer Mitgliderversammlung am 22. Februar 1952 wurden drei Löschgruppen eingeteilt und für jede Gruppe ein Gruppenführer bestellt. Im Zusammenhang mit den jetzt durchgeführten Übungen wurde auch das Gerätehaus in Ordnung gebracht und hergerichtet.
Die finanziellen Mittel der neuen freiwilligen Feuerwehr waren sehr dürftig, was eine Anschaffung von neuen Geräten unmöglich machte. Eine Bezuschussung durch die Gemeinde war nicht möglich; die Gemeindeväter hatten andere Sorgen.
Um zu finanziellen Mitteln zu kommen wurden Tanzveranstaltungen und Bälle durchgeführt, sowie Mitglieder geworben, die durch ihre Beiträge (die Aktiven zahlten monatl. 20 Pfennig, die Passiven 50 Pfennig) der jungen Wehr etwas Rückhalt gaben.
Als etwas Geld in der Kasse vorhanden war und die Wehrmänner unter Beweis gestellt hatten, dass sie nicht in den ersten Monaten nach der Gründung müde und faul waren, entschloss sich nun auch die Gemeindevertretung zur Bereitstellung finanzieller Mittel. Mit den nun vorhandenen Mitteln wurde eine gebrauchte TS aus dem zweiten Weltkrieg und etwas Schlauchmaterial angeschafft.
Somit war der Anfang für den Ausbau zu einer modern und effizient ausgerüsteten Truppe gemacht.
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